4. Advent: Wunderbare Begegnung

Wir wünschen Ihnen einen schönen 4. Advent! Mit dem Advent beginnt eine Zeit des Lichts: Die Straßen erstrahlen in stimmungsvoller Weihnachtsbeleuchtung, in den Fenstern stehen bunte Lichter und an jedem Advent entzünden wir eine Kerze mehr, sodass es bis Weihnachten immer heller wird. Als Caritasverband sind wir für Menschen da, die schwere Zeiten erleben. Wir wollen ihnen Lichtblicke schenken. Unsere Adventsaktion steht daher dieses Jahr unter dem Motto „Licht schenken“. Wir stellen Euch an jedem Adventssonntag Menschen vor, die wir im Rahmen unserer Arbeit kennengelernt haben. Was bringt Licht in ihren Alltag? Wo können wir als Caritasverband Lichtblicke oder Perspektiven geben?

Annalena sitzt am Empfang und begrüßt die Besucherin, die gleich zuschauen darf, wenn Ester Henning mit Blacky, dem Hasen und dem Meerschweinchentrio Luna, Balu und Sonja vom Tierhof Arche Noah in die Neckartalwerkstätten kommt. Dort warten schon fünf Tierfreundinnen und Freunde auf Ester und ihre tierischen Begleiter. Annalena an der Pforte beneidet uns ein bisschen. Sie durfte nämlich auch schon mitmachen, wenn Ester mit ihren Tieren vom Tierhof kommt. „Der Hase war sooooo groß“, berichtet Annnalena und breitet, soweit es irgend geht, ihre Arme aus. Mehr will sie aber nicht verraten, denn: „Du kannst dir gleich ein Bild selbst machen.“

Tierisch guter Besuch!

Sehr neugierig gestimmt geht es also in die Räume des Förder- und Betreuungsbereichs. Ester Henning ist mit ihren Tiertaxi-Boxen schon da und hat auf einer Decke einen kleinen Stall aufgebaut. Blacky, Luna, Balu und Sonja gucken aus ihren Knopfaugen erwartungsfroh ins Rund: Wer wird uns wohl heute liebevoll streicheln und behutsam auf den Schoß nehmen und wer wird uns die leckeren Salatblätter reichen?

Jeder in der Runde bekommt ein Handtuch auf den Schoß gelegt, auf dem dann eines der Tiere geduldig Platz nimmt. „Viele kommen regelmäßig und haben schon ihre Lieblingstiere“, weiß die Mensch-Tier-Beauftragte Ester Henning. Katharina legt für Blacky sogar ihren Stapel an Comicheften weg, den sie hütet. Blacky kann sich glücklich schätzen. Denn Katharina geht besonders zart um mit dem schwarzen wuscheligen Tier. Anton hingegen will Balu das Meerschweinchen bei sich auf dem Schoß. Anton hat es sich auf dem Sofa bequem gemacht und ist erst noch ein bisschen aufgeregt. Er traut sich kaum zu atmen – aber dann merkt er schnell, das Balu den Besuch bei ihm genießt und Anton schenkt ihm dafür ein knackiges Salatblatt.

Otto ist heute etwas durch den Wind. Irgendetwas regt ihn auf. Aber Blacky, der Hase, schafft es wenigstens für einen Moment, ihn zu beruhigen. Zu Yuri, der ein außerordentlicher freundlicher Mensch ist und auf seinem Wägelchen gestützt in der Runde steht, darf Meerschweinchen Sonja. Michaela, die geduldig gewartet hat, begrüßt dann noch Luna. Die ist zunächst ein bisschen zickig, aber Michaela singt mit feiner Stimme: „Luna, komm doch zu mir, komm doch zu mir.“ Nach einer Weile frag Ester Henning: „Wollen wir sie wieder in den Stall setzen?“ Aber Michaela weiß viel besser, was Luna will: „Nein, ich glaub‘ der gefällt‘s bei mir.“

Tiergestützte Therapie nennt sich diese Begegnung

So könnte man stundenlang zuschauen bei dieser wunderbaren Begegnung zwischen Menschen und Tieren. „Tiergestützte Therapie“ nennt sich das. Hinter der nüchternen Bezeichnung verbirgt sich etwas sehr Besonderes, das den Menschen hier nicht nur im Advent viel Freude und Lichtblicke schenkt. Tiere bieten insbesondere Menschen mit besonderen Bedürfnissen nicht nur die Möglichkeit, ein paar kuschelige Momente zu erleben. Beim Streicheln der Tiere üben sich die Menschen auch in Feinmotorik und lernen den verantwortungsvollen Umgang mit ihnen. Häufig wecken die Tiere auch ferne Erinnerungen oder eigene Erfahrungen mit früheren Haustieren. Der Kontakt zu den Tieren kann so neue Gespräche eröffnen und einen besonderen Austausch ermöglichen. Ganz wichtig ist bei der tiergestützten Therapie: Menschen und Tiere müssen sich zu jederzeit wohlfühlen. Bei der tiergestützen Therapie in unseren Einrichtungen werden momentan die Meerschweinchen und Hasen von unserem Tierhof Arche Noah in Remseck eingesetzt.

Den Tierhof Arche Noah unterstützen

Auf dem Tierhof leben Hasen, Meerschweinchen und sogar zwei Ziegen. Außerdem gibt es eine Katzenpension und einen Garten. Menschen mit Behinderungen arbeiten auf dem Hof, im Garten und Gewächshaus, pflegen und füttern die Tiere. Die besondere Verbindung zwischen Mensch und Tier hilft den Beschäftigten auf dem Tierhof „Arche Noah“. Die Tiere spenden Wärme und Nähe, lehren aber auch Verantwortungsbewusstsein und ermöglichen so Inklusion in die Gesellschaft. Doch der Tierhof benötigt Unterstützung, um sein vielfältiges Angebot für Menschen mit Beeinträchtigungen aufrechterhalten zu können. Unterstützen Sie unseren Tierhof mit Ihrer Spende für unseren Solidaritätsfonds. Der Solidaritätsfonds hilft immer da, wo das Geld am dringendsten benötigt wird. Von dem Geld können wir Tierfutter kaufen, tiergestützte Therapien anbieten und den Tierhof aufrechterhalten. Spenden Sie hier: https://secure.spendenbank.de/form/3003/?langid=1&verwendungszweck=26603

Zur Geschichte vom dritten Advent: https://caritas-stuttgart.blog/2021/12/12/3-advent-sichtbar-machen/